Lago di Garda im Mai 2004

Endlich !! Nach dem langen Winter fuhren wir im Mai zum Mountainbiken an den Gardasee. Wehe dem, der die ersten Monate des Jahres nicht fleißig trainiert hatte ...
Diesmal waren wir leider nur zu dritt: Hüni, O-Soft und PTZ. Holger musste leider passen, weil er am Burn-out Syndrom leidet und weil er einfach keine Zeit mehr zum Biken findet. Vorteil war, dass wir in ein Auto passten. Mit dem A4 von OTxH ging es am 17. Mai bei Kaiserwetter durch die Alpen. Im Gasthaus Locherboden, kurz hinter dem Fernpass, gab’s noch mal eine Gelegenheit die Kohlenhydratdepots aufzutanken: Kas’spätzle und Spaghetti Pomodoro nach “Österreich-Art“. O-Softs CD-Spieler im Auto versuchte bei jeder Gelegenheit Garth Brooks zu spielen: „Das hört halt meine Frau gerne …“ versuchte er dieses mainstreamige Countryzeug zu rechtfertigen. Zum Glück hatten wir ein paar andere, brauchbare CDs dabei. Nachdem wir auf der Anfahrt keine nennenswerten Staus hatten, kamen wir zeitig in unserem Lieblingshotel “Centrale“ in Torbole an und konnten gleich nach dem Check-in zur heiß ersehnten Eröffnungstour starten.

Montag 17.5.2004
CORNO 16km, 2:05Std, 8.5Avg, 1000HM (gesamt 27.63km, 2:31:22Std, 11.39Avg, 51.7max)

Nachdem wir vor zwei Jahren schon mal die CORNO als Opener ausgesucht hatten, wussten wir ja was das für ein "netter Anstieg" war. Der kleine Betonweg hinter Nago hat einige fiese, längere Steilstellen mit >26% Steigung zu bieten. Eigentlich ist die gesamte Auffahrt eine einzige, endlose Steilrampe. Also genau das Richtige für den schnellen Einstieg in’s Lagofeeling.

Bevor es losgehen konnte, musste OTxH zum “3-S“ und sein von zuhause reserviertes Scott abzuholen. Das gute alte Hooger hatten wir trotzdem dabei, damit es noch etwas von der guten Lagoluft schnuppern konnte. Schade, aber das Hooger hatte es eigentlich hinter sich .. OTxH neues Rocky sollte erst frühestens im Juli kommen, so dass er dieses Jahr mit einem Leihbike fahren musste. Das klappte aber ganz gut und ruckzuck waren wir die alte Straße von Torbole zum neu renovierten Panoramahotel nach Nago hochgekurbelt und hatten die, von der langen Autofahrt noch dösenden Muskeln, richtig gut aufgewärmt für das lange Betonsteilstück hoch nach Campedello. Auf halber Höhe ist diese kleine Kapelle mit der Panorama-Terrasse, wo man mal kurz durchschnaufen kann. Puh - dann geht es aber noch mal richtig zur Sache! Bis zu den winzigen Äckern von Corno, wo es auf einem flachen Stück wieder etwas Gelegenheit zur Erholung gab. Dann kommt das Waldstück und der Betonbelag geht hier in nicht weniger steilen Schotter über. Da ist - neben der Kraftausdauer - auch noch gute Fahrtechnik gefordert. Nur wenn man halbwegs die Ideallinie findet, kann man das Stück ohne Absteigen schaffen. Bis zum Scheitelpunkt dieses Weges ist es harte Arbeit. Hier zahlte es sich aus, wenn man im Winter einige 1000 Höhenmeter in unseren heimischen Mittelgebirgen gefahren ist. Endlich kam dann der Abzweig zum legendären “ranzigen Penis“ oder so ähnlich, bei dem wir vor 2 ½ Jahren die Beschreibung im Moser nicht kapiert hatten und wegen Einbruch der Dunkelheit umkehren mussten. Die schnelle Abfahrt auf der steilen, kurvigen Betonpiste der Auffahrt war allerdings den Flug wert … Aber diesmal hatten wir schnell den richtigen Wegabzweig gefunden. Zunächst ging es auf leicht zu fahrender Schotterpiste in vielen Serpentinen bergab in Richtung Sarca-Tal. Etwa auf halber Höhe kam der Abzweig in die Wildnis der Waldhänge, den man bei dem hohen Tempo leicht verpassen konnte ... Mist, ab hier gab es leider bereits erste Probleme mit dem geliehenen Scott “Nitrous“ Fully. Die offensichtlich unausgereifte Geometrie ermöglichte der Kette sich in Richtung Rahmen zu verabschieden, was man leider nur durch nervige, schmierige Handarbeit wieder beheben konnte. Dann kam ein schmaler, knackiger Karrenweg, der uns schnell von dem Defekt ablenkte. Volle Konzentration war gefordert! Verblockte Felsen und schwimmende, bis zu 30cm große Steine stemmten sich gegen die Stollenreifen. Zum Glück hatten wir keine Platten oder sonstige Schäden. Irgendwann spuckte uns der Trail wieder auf die Fahrstrasse in Richtung Arco. Die Küche im Centrale hatte Ruhetag. Unser Abendessen nahmen wir in der kleinen Pizzeria in der Fußgängerzone von Arco. Den Rückweg über den Radweg nach Torbole mussten wir dann - wie schon so oft - wieder mal im Dunkeln zurücklegen.

Fazit: Extrem anstrengende, steile Betonauffahrt. Am Ende auf Schotter. Rasante Waldwegabfahrt mit am Ende steiler Rutschpartie durchs Geröll auf steinigem Pfädchen. Ideal als Tour für den Anreisetag.

Dienstag 18.5.2004
CIMA CASET 32.12km, 3:05:42Std, 10.98Avg, 51.1max , 1300HM
Für den ersten kompletten Tag hatten wir eine neue Tour geplant. Start war in Pieve (660m) beim Ledrosee. Das hieß erstmal eine Anfahrt mit dem Auto. OTxH hatte inzwischen sein “Schrott Nitrous“ gegen ein knallrotes “Scott Genius“ getauscht. Und dieser Bolide sollte kein Fehlgriff sein ... Heute hatten wir noch Begleitung durch Manne und seine Freundin, ein Arbeitskollege von OTxH. Nachdem wir eine Weile auf flachen Pisten neben der Fahrstrasse gerollt sind, ging’s die Auffahrt auf der Tremalzo-Fahrstrasse hinauf bis zur Garage Tremalzo.

auf der Tremalzo-Fahrstrasse
auf der Tremalzo-Fahrstrasse
Die Asphaltstrasse kurbelte sich zwar ganz bequem hinauf, aber die 8km waren schon ganz schön länglich. Dann ging es endlich wieder auf Waldboden weiter hinauf bis zur Bocca Caset (1608m). Auf der Nordseite des Berges lagen noch einige Schneereste, die man nur schiebend überqueren konnte. Jörg war inzwischen so laut am Fluchen über diverse Fehlfunktionen an seinem Cube, dass er ein an diesem abgelegenen Flecken heimlich kuschelndes Liebespärchen aufscheuchte. Schliesslich ging es bei der Malga Caset auf einen sehr schmalen Bergpfad, den wir später an freien Grashängen, bis zum höchsten Punkt, dem Gipfel des Cima Caset auf 1740m hinaufklettern mussten.
Blick vom Gipfel ins Ledrotal
auf dem Gipfel des Cima Caset
Pfad zum Gipfel
die ersten Schneefelder
Das Rundum-Panorama über Lago di Ledro, Val di Concei, Monte Tremalzo und bis zu den Trentiner Alpen war überwältigend. Von hier oben konnte man sogar einen kleinen Zipfel des Gardasees sehen.

Nach ausgiebiger Fotosession, mit einem „Beinahe-Abgang“ von OTxH den steilen Abhang hinunter, ging es dann über die Schneereste wieder zurück zur Bocca Caset und durch eine Felsöffnung auf einem langen, kurverreichen Schotterweg hinab zur Malga Giu. Kurz vor der Alm bog ein stets am Waldrand, oberhalb des Weidegeländes, durch schroffe Felsen ziehender Pfad ab. Fast immer auf gleicher Höhe bleibend, mit nur kurzen Auf- und Abfahrten, rollten wir auf einem herrlichen Singletrail durch die einsamen Waldhänge oberhalb des Val Pubrei bis zum Kirchlein San Martino (1225m). Ein erodierter Pfad bildete den Einstieg in ein technisch anspruchsvolleres Teilstück. Bis wir zu einem extrem steilen Betonweg kamen, der uns mit >32% Gefälle in Windeseile bis zu den Ufern des Ledrosees (655m) führte. Hier konnte man es noch mal richtig laufen lassen. Allerdings war vor den steilen Kurven kräftiges Bremsen angesagt. OTxH testete gleich mal die Standfestigkeit seiner XT-Scheiben. Leichtes Fading war wohl zu spüren. Leider waren nur die kleinen Scheiben montiert und die glühten bedrohlich rot. Die schnelle Abfahrt war ein passender Abschluss für eine tolle Tour.

am Cima Caset
am Cima Caset
am San Martino Kirchlein

Fazit: Die Abfahrt vom Cima Caset bis zum Ledrosee ist ein Mountainbike-Traum. Anfangs eine lange, schottrige Forstwegabfahrt mit vielen Kurven. Später ein langer, fast ebener, aber technisch relativ einfacher Singletrail, der erst am Ende bei der kleinen San Martino Kapelle etwas schwieriger wird. Als Abschluss wartet dann eine steile Abfahrt auf gut befestigten Asphalt/Betonwegen bis zum Ledrosee. Die absolute Megatour könnte diese Abfahrt vom Cima Caset kombiniert mit der Auffahrt über die Schotterstrasse zum Tremalzo sein. Dann müsste man nicht die langweilige Fahrstasse bis zur Garage Tremalzo hochkurbeln. Die alternativen Auffahrten vom Ledrosee müssen wir noch ausprobieren. Wenn man vorher gut trainiert hat ist die wohl schönste Variante mit Start in Riva über Pregasina, Passo Rochetta, Guil zum Nota. Vom Ledrosee kann man die alte Ponalestrasse wieder zurück nach Riva fahren. Das behalten wir mal im Hinterkopf für’s nächste Jahr…

Mittwoch 19.5.2004
PASSO NOTA 45.52km, 4:13:58Std, 11.11Avg, 50.5max, 1400HM (Abfahrt Rochetta Paß 10.5km)
Heute Stand eigentlich der Klassiker “Tremalzo“ auf dem Programm. Wie bei den meisten vergangenen Tremalzo-Touren ging es auch diesmal zunächst mit der Fähre über den See von Torbole nach Riva. Auf der Überfahrt gab es wieder mal tolle / teure Bikes zu bewundern: eine Rockyflotte mit einigen Elements und ETS-X'en und einem Slayer und auch ein ultra-teures Specialized EPIC.

vor dem Start in Limone
Osoft telefoniert noch schnell mit einem Kunden bevor es an den Berg geht ..
in den Olivenhainen oberhalb von Limone
In Limone (66m) musste der obligatorische Cappuccino noch inhaliert werden - obwohl er hier auf der Touristenmeile nach gar nichts schmeckt … Danach kurbelten wir die Asphaltstrasse hoch bis Vesio (632m). Gerade noch rechtzeitig vor der Mittagspause konnten wir beim kleinen Supermarkt am Ortsanfang einige Panini´s und Obstsäftchen einkippen.
Pause an der kleinen Kirche in Vesio
Auf der Terrasse der gegenüber liegenden Kirche kann man sich bei traumhaftem Panorama schnell erholen. Diesmal wollten wir nicht die “Easyauffahrt“ durch’s Valle di Bondo nehmen, sondern am Reitstall vorbei die Schotterpiste hoch zum Corno Vecchia (1416m). Jörg nutze die Gelegenheit und legte ein paar Gänge zu. OTxH und ich liessen’s eher gemütlich angehen. Irgendwo auf der Strecke haben wir eine über 1m lange (!) schwarze Schlange aufgeschreckt, die sich mitten auf dem Weg gesonnt hatte. OTxH hatte sofort seine Nikon parat, um das Vieh abzulichten. Sie hatte sich angriffslustig in einen Strauch gehängt und OTxH traute sich nicht so richtig nah dran. Sah aber auch gefährlich aus … Der Weg verengte sich schließlich zum Pfad und ging weiter durch sechs Felsentunnels: … Pasubio Feeling !! Zum Passo Nota (1198m) ging es dann etwa 150HM bergab, wo Hüni schon eine Weile in der Sonne schmorte. Die Auffahrt kostete vor allem durch die steilen, schottrigen Trails am Ende ganz schön Körner und wir entschlossen uns, etwas widerwillig aber auch aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, auf die Tremalzo-Schotterpiste zu verzichten.

Nach der Sonnenpause ging es die üble Rampe zum Passo di Bestana rauf. Dann weiter auf der Route des Bike X-trem Rennens über die Bocca dei Fortini (1243m) zum Passo Guil (1209). Hier ist der Abzweig zum Sentiero 117 der wieder runter nach Limone führen würde. Das Sackgassenschild in Richtung Passo Rochetta stand immer noch da. Wir ignorierten es und fuhren den flowigen Trail weiter bis zum Einstieg in das Waldstück am Passo Rochetta (1159m). Der schmale Waldpfad zur Malga Palaer (943m) mit 2.6km Länge war wieder ein hammermässiger Genuss. Er kann relativ schnell gefahren werden und bietet durch die viele Kurven eine Menge Fahrspaß.

Nähe Passo Guil
"Da ist ja der Lago !"
Hinweisschild am Passo Rocchetta
am Passo Rocchetta
Blick auf die alte Ponale bei Pregasina
Nach kurzem Anstieg zur Malga ging es auf steilen Schotterwegen bis Pregasina (534m) und auf der immer noch gesperrten, alten Ponalestrasse bis zum Abzweig des Ledrosee-Wanderwegs. Als Abschluß dieser langen Tour wartet ein technisch teilweise schwerer, enger Trail mit Steilstufen auf unbefestigtem Geröll. OTxH lässt es mit seinem Genius richtig krachen und rollt über alle Schlüsselstellen flüssig drüber. Nur das Extremstück am Ende zwingt ihn nach kurzem Überlegen ob es vielleicht doch geht … zum Anhalten und Schieben. Dann sind wir auch schon wieder ganz unten an der Gardesana angekommen.

Fazit: Die Passage zwischen Nota und Pregasina ist der Klassiker am Lago. Muß man eigentlich jedes jahr einmal gefahren sein. Und im nächsten Jahr müssen wir mal den, bisher unbekannten, Trail zwischen Ende des Waldstücks und Pregasina probieren. Dieses Stück sind wir bisher immer über den Schotter- und Betonweg gefahren.

Donnerstag 20.5.2004
MAROCCHE + PADARO 50.03km, 3:29:42Std, 15.21Avg, 53.3max, 700HM
An diesem Tag war die relativ kleine PASSO DELLA MORTE Tour geplant. Die Anfahrt bis zum eigentlichen Start der MORTE Tour auf dem Sentiero della Marocche zieht sich - wenn man sie mit dem Bike und nicht mit dem Auto fährt - ganz schön in die Länge. Es geht von Torbole über Arco, nach Dro und bis Pietramurata nach Sarche. Da gibt es unzählige, kurze und teilweise ganz knackige Anstiege auf groben, steinigen Wegen. Wahrscheinlich war das auch der Grund warum uns dauernd Biker entgegen kamen. An einem kräftigen Anstieg wurden wir von einer ganzen Gruppe Biker angefeuert und gaben deswegen richtig Gas. Etwa am Punkt 10 der Marocche-Tour an dem großen Felsklotz haben wir dann doch beschlossen umzukehren. Die Schaltung an Jörg’s Bike machte zudem große Schwierigkeiten und wir wollten deswegen auf jeden Fall noch mal zum „Insten“ nach Arco.

wunderschöne Marocche
verblockter Marocchetrail
Relaxen am Piazza in Arco

Zurück am großen Piazza in Arco legten wir erstmal eine zweistündige Cappuccino & Gelati Pause ein und genossen in aller Ruhe den angebrochenen Nachmittag. So ganz zufrieden war das Bikerherz dann aber doch noch nicht und wir gingen vor der Rückfahrt nach Torbole noch mal auf die PADARO Runde. Die Strassenauffahrt über Varignano, Vigne bis zum Wasserhäuschen hinter Padaro ist am Anfang ganz schön steil und zieht sich dann in die Länge. Aber der technische nicht ganz einfache Singletrail durch den Wald zurück nach Arco entschädigt für die Mühen. Leider verpassten wir dann den Einstieg in das Teilstück über die Felsplatten und mussten den Betonweg weiter bis in die Altstadt von Arco fahren. Das war natürlich schade. Trotz der Improvisationen legten wir kilometermässig an diesem Tag die längste Ausfahrt der Woche zurück.

Fazit: Ein abgelegener Startplatz sollte unbedingt mit dem Auto angefahren werden, denn das dauernde Auf und Ab durch die Marocche kostete am Ende zu viele Körner. Und die Bikes müssen beim nächsten Lagourlaub schon vor dem Urlaub gewartet werden, weil ansonsten viel der wertvollen Trailzeit verloren geht.

Freitag 21.5.2004
VALLE PRA DELLE NOCI 20.45km, 2:17:51Std, 9.61Avg, 39.1max, 900HM
Am letzten Tag wollten wir wieder eine neue Tour probieren. OTxH musste sein lieb gewonnenes Scott Genius leider wieder abgeben und weigerte sich - verständlicherweise - den Nitrous Schrott noch mal auszuleihen. Kurzerhand wurde der Vertrag mit 3-S gekündigt und er besorgte sich beim Capentari ein Cannondale “Jekyll“ mit gewöhnungsbedürftiger “Lefty-Gabel“. Das Bike war auf dem Trail allerdings kein Vergleich zum Genius.
Diesmal ging es mit dem Auto zum Startplatz an der Molkerei “Alpe del Garda“. Einkaufen von großen Mengen Parmesankäse und anderer Leckereien haben wir auf nach der Tour verschoben.

Anfangs ging es einen längeren, aber gut fahrbaren Schotterweg in vielen Kehren hinauf. Auf den 3km konnten wir einige Biker überholen, die ihre Bikes schieben mussten. Am Monte Cocca (997m) verengte sich der Weg zu einem handtuchbreiten Pfad, der bald am freien Bergrücken entlang über Cima Mughera (1272m) und Monte Zenone (1425m) verlief.

Schiebestelle auf dem Pfad zwischen Monte Cocca und Cima Mughera
prickelnde Aussicht
fahrbare Passagen sind selten
Schlüsselstelle am Steilhang - links ging's ganz schön steil runter
Pfad zwischen Monte Cocca und Cima Mughera
Schiebestück um den eingestürzten Tunnel
Hüni an der Malga Nansesa
Pause am höchsten Punkt
Schlüsselstelle - sieht einfach aus, aber links ging's steil bergab
Auf leichtere Trails folgten schmale Pfadpassagen an steilsten Abgründen entlang, wo man schonmal weiche Knie bekommen konnte. An einer Stelle kamen wir an einem eingestürzten Felsentunnel vorbei, den wir umtragen mussten. Dabei kletterten wir über einen kleinen Sattel, von dem wir ein tolles Panorama über die gesamte Tremalzoregion und bis zum Lago hatten. Die Alm unterhalb des Monte Tremalzo mit dem Refugio Garda war von hier zu sehen. Am höchsten Punkt der Tour angelangt, legten wir uns erstmal gemütlich in die Sonne und genossen die totale Ruhe hier oben. Nur einige Biker störten kurz die Stille, als sie an uns vorbei rollten.

Nachdem wir eine Weile relaxt hatten, ging es an die Abfahrt. Laut Höhenprofil sollte es ab jetzt einige Kilometer singletrailig bergab gehen. An einem kurzen Steilstück wurde der Pfad mal kurz schwierig, aber noch fahrbar. Dann ging es am Bocchetta di Nansea über eine kleine Almwiese, an der wir den kaum zu erkennenden Abzweig an einer verfallenen Hütte zunächst verpassten und - total im Trailrausch - ein ganzes Stück weiterfuhren. Der Pfad würde auf die andere Seite des Berges über die Bocca Fobia in’s obere Valle di Bondo führen. Aber wir mussten auf den beschriebenen Weg wieder einige 100m zurück zu der verfallenen Almhütte. Hier begann der unscheinbare Sentiero di Corva, durch ein kleines, verrostetes Schildchen mit “Nr. 19“ gekennzeichnet. Das war sicher einer der schönsten Singletrails die wir bisher am Lago gefahren sind. Ein flüssig zu fahrendes Pfädchen, mit einigen, engen Kehren am Beginn. Einige Höhenmeter tiefer, erinnerte der Pfad mehr und mehr an die heimischen Mittelgebirgstrails, wegen dem weichem Waldboden. Irgendwie fehlten die Steine und Felsen … Der Pfad schlängelte sich schließlich bis zu einer Alm ins Valle Pra delle Noci. Und am Ende der Tour ging es auf einem Forstweg am Stauwehr vorbei, wo von rechts der Weg der “Tremalzo 2“ Auffahrt mündete, in leichter Steigung zurück bis zur Alpe del Garda. Und jetzt konnten wir gemütlich einkaufen.

Fazit: Der Spaßfaktor dieser Runde war sehr hoch. Ein absolutes Highlight war sicher die aussichtsreiche Fahrt auf dem schmalen Pfad am Abgrund entlang. Die flowige Trailabfahrt in endlosen Kehren durch den Wald zur Pra delle Noci Alm war auch klasse.

Am Samstag ging es wieder auf den Heimweg. Der Bikeurlaub am Lago war leider schon wieder vorbei.

Bis zum nächsten Mal …
PTZ

Kommentare

Erster Lachanfall

Wenn ich das lese muss ich unverzüglich lachen. Genau an der Stelle, wo Osoft's CD-Spieler Garth Brooks anzuspielen versucht - aber erfolgreich im Keim erdrückt wurde.