Schweiz 2014: Drei Tage Bergradeln im Hochgebirge...

! in Arbeit !

Und es war gar nicht sooo teuer :-)

Von Jahr zu Jahr wird es schwerer den ersehnten Biketrip in die Tat umzusetzten. Schon immer waren die Alpen der Höhepunkt unserer Bikesaison, tun sich inzwischen leider von allen Seiten kaum noch überwindbare Hindernisse auf. Wenn der kostbare, schon auf ein verlängertes Wochenende zusammengeschrumpfte, Moment endlich da ist, wollen wir’s sooo gut es nur geht auskosten - umso wichtiger ist vernünftige Vorbereitung. Aber auch dafür ist inzwischen kaum Zeit. Trotzdem ist es immer wieder ein Spass, über den gestrichelten Linien der Wanderkarten und anderen Quellen zu brüten, bis die passende Runde ausgetüftelt ist. GPS hab ich keins und Roadbooks nachfahren geht irgendwie gar nicht..
Ref. planning http://www.lagoo.it/node/92

--- Tag 1 ---

Der harte Aufstieg zur schweizerischen Mondseite..
Wir sind knapp unter 3000m und die Luft ist dünn, also langsam weiter bergauf tragen! In kleinen Schritten, einen Fuss vor den anderen, dass Rad auf dem Rücken liegend. Um uns herum seit Stunden nur noch Felsen und Steine. Die Sonne ist seit einigen Minuten hinter dem Mont Blanc untergegangen. Jetzt leuchtet der Schnee auf den höchsten Gipfeln kurz hellorange-rot. Dann ist alles in hell-dunkelgrau, wirkt unwirtlich. Nach der Karte müssten wir bald den Scheitelpunkt erreicht haben. Ich glaub nicht dran, dass wir die Hütte heute noch sehen. Einige Meter über uns ist wieder ein kleiner Pass - der fünfte oder sechste kleine Pass heute.. Kann es danach noch höher gehen oder ist gar die Hütte in Sicht? Mein Höhenmesser zeigt 2920m. Wir wuchten uns mit letzter Kraft nach oben. Und? Fehlanzeige – nur Felsen und Steine. Also weiter! Ein kurzes Stück ist fahrbar, dann muss das Bike wieder auf den Rücken, tragen nach oben. Paar große Felsbrocken müssen wieder überklettert werden. Von Osten zieht plötzlich eiskalter Nebel zu uns herüber. Wir passieren den “Plaine-Morte“ Gletscher. Gänsehaut macht sich breit, die Kälte oder was? – jetzt kann es nicht mehr weit sein, oder doch? Schwer zu sagen. Auf der Karte sind es nur noch zwei Zentimeter zum Ziel - die ersehnte, warme Hütte. Hier ist nichts, nur Steine und Felsen, also langsam weiter bergauf tragen. Unaufhaltsam dämmert‘s. Es wird dunkel und wir mittendrin! Der Mond ist da, aber nur als helle Sichel. Vielleicht wird er genug Licht spenden, wenn es ganz dunkel ist. Werden die rot-weissen Wegmarkierungen im dunkeln noch erkennbar sein? Hat nicht das Handy eine Funzel - hell genug? Fragen gehen einem durch den Kopf, wenn man sich im Mondschein durch eine Felsenmeer auf 3000m Höhe kämpft. Der nächste Pass ist sichtbar! Ganz schön weit weg.. Das müssen nochmal gute 100Hm sein. Kann das sein? Es ist zu dunkel um den Höhenmesser abzulesen. Hilft alles nichts, wir müssen da rüber und wieder bangen, ob auf der anderen Seite endlich die ersehnte Hütte kommt. Es wird dunkler. Jeder geht sein Tempo. Wir haben schon länger nichts mehr geredet. Irgendwie muss Kraft gespart werden, wer weiss was noch kommt.. Also langsam weiter bergauf steigen, an den kaum mehr lesbaren Wegmarkierungen vorbei durch die Felsen. Die paar Meter erscheinen endlos, die Kraft ist nahezu aufgebraucht. Ich fluche nochmal leise vor mich hin, über die nette Schalterdame in der Talstation der Violettes-Bergbahn, die uns mit den Bikes keine Tickets verkaufen wollte und uns gnadenlos mit den Rädern in den Berg schickte. Da lief uns die Zeit davon, die fehlt jetzt. Schöne Vorstellung sich hier ganz gemütlich hochzuarbeiten. Mit häufigen Pausen, ab und an in der warmen Sonne zu chillen. Sonne? Licht? Alles weg – schon lange, oder doch nicht? Ein kleines Licht? Die Hütte! In Sichtweite. Doch! Ich bin auf dem Pass oben und die Hütte liegt etwa 50 Hm unter mir – 300m Luftlinie. Zwei Altschneefelder passieren und dann sind wir da, im Warmen – wie ge!l ! Diesen Moment muss ich irgendwie im Bild festhalten und knipse Mac wie er über das Schneefeld klettert, im Hintergrund leuchtet der Mond. Dann sind wir da – endlich! Die Begrüssung in der Hütte fällt eher klein aus. Okay, man hatte uns erwartet, aber scheinbar nicht wirklich vermisst. Wahrscheinlich geht man davon aus, dass Bergwanderer um diese Jahreszeit mit entsprechender Ausrüstung unterwegs sind. Unsere Lampen haben wir daheim gelassen, dass war uns jetzt aber auch egal. Ausserdem waren alle gerade mit Essen oder Essen verteilen beschäftigt. Für uns war es ein unbeschreibliches Hochgefühl, diese Herausforderung am Ende doch erfolgreich gemeistert zu haben. Das Abendessen hatten wir uns wahrlich verdient. Es war lecker, ich konnte nur Suppe essen und, am ganzen Körper vor Erschöpfung zitternd, oder wegen der abendlich Fotosession vor der Hütte bei inzwischen frostigen Temperaturen, ging es sehr früh ins Bett, und die Wärme kam unter der Decke schnell zurück.

--- Tag 2 ---

Teil 1: Abstieg von der Mondseite und Landung in den mediterranen Weinbergen.


Teil 2: Aufstieg durch das Bächital zur Galmihornhütte 2113m üNN

Tag 3
kommt..

Videolink: